Es gibt Fleisch, Baby – Weber-Grillakademie in Schwalmtal

Fußball, Bier und Grillen – Synonyme für wahre Männlichkeit. Umso überraschender war es, dass sich beim Weber-Grillseminar in Schwalmtal dann doch nicht nur Männer einfanden. Gut, es waren wohl doch eher Frauen, die ihre Männer begleiteten. Und meist auch nur, weil es sich um ein (gutes!) Geschenk für ihre Männer zum Geburtstag handelte. Erste Vorurteile bestätigten sich also.

Als ich von einem Freund während der Arbeitszeit darauf aufmerksam gemacht wurde und mir bedeutet wurde, dass ich mich JETZT entscheiden müsse, war ich ja zunächst ein wenig skeptisch und konnte die angeblich erforderliche Eile auch nicht wirklich nachvollziehen. Aber offenbar sind die Grillkurse an der „zentralen Grillakademie für ganz NRW“ (so deren Eigenwerbung) wohl wirklich immer sehr schnell ausgebucht. Für 99 EUR sollte es ein 6-Gang-Menü geben. Entsprechend gab es zum Mittagessen da mal besser nur einen Salat, damit wir für unser Geld auch etwas bekamen.

Begrüßt wurden ca. 20 Teilnehmer von zwei fleißigen und netten Küchenhelferinnen, die – wie sollte es anders sein – den meisten der Anwesenden dann doch erst einmal ein Bier aufmachten. Die Küche war an verschiedenen Kochstationen gut vorbereitet, sodass sich alle beim ersten Bierchen erst einmal orientierten, um zu sehen, wo man denn am liebsten selbst mitgrillen wollte. Dazu wurde als Aperitif ein Flammkuchen gereicht – natürlich auf dem Grill zubereitet. Nach kurzer Begrüßung vom Küchenchef ging es dann auch schnell los: die Gerichte an den Kochstationen wurden vorgestellt und bevor es ans Vorbereiten ging, wurden wir erst einmal gesammelt zum Hände Waschen und Desinfizieren geschickt.

Wir orientierten uns am Dosenhähnchenstand und legten schnell los. Zitronen reiben, Kilkenny-Bier in die Vorrichtung, Hähnchen waschen, würzen und ab auf den Hähnchenhalter.

Hähnchen bei der Zubereitung
Hähnchen bei der Zubereitung

Die anderen machten sich an die Vorbereitung der anderen Speisen. Da nicht nur die klassischen (Fleisch-) Grillgerichte Teil des Kochkurses sein sollten, gab es auch einen Nachtisch, Gemüse und Pasta. Einige der Gerichte sind m.E. für den Grill nicht wirklich geeignet. Warum sollte man eine Pasta in einem Gemüsewok auf dem Grill zubereiten, wenn das doch nun wirklich eher besser auf dem Herd funktioniert? Und auch der Nachtisch hätte wohl mindestens genauso gut im Umluftofen zubereitet werden können. Aber immerhin lernte man so einmal kennen, was alles mit dem Grill gemacht werden kann.

Nach und nach kamen die Speisen dann auf die Grills. Es wurde sowohl auf Gasgrills als auch auf Holzkohlegrills gegrillt. Interessant fand ich insbesondere den Vergleich bei den Steaks: drei Steaks wurden auf dem Gas-, drei auf dem Kohlegrill zubereitet. Angeblich, so der Koch, würde man keinen Unterschied schmecken können. Allerdings waren sich dann doch eigentlich alle einig, dass die Steaks vom Kohlegrill deutlich schmackhafter waren. Und das sage ich als bekennender Gasgriller… Auch die Hähnchen wurden durch den Aufsatz wirklich sehr zart und saftig und ich bekenne, dass ich dieses Tool im Nachgang dann auch bestellt habe und mich bald selbst an meinem ersten Hühnchen versuchen werde.

fertige Hühnchen
fertige Hühnchen

Selbstverständlich bleibt bei der ganzen Grillerei auch genügend Zeit für Fachsimpelei unter Männern über die verschiedenen Grillarten. Da ich ja eher Laie bin (noch!), habe ich eine Menge gelernt. Zum Beispiel so simple Sachen wie der Unterschied zwischen direktem Grillen und indirektem Grillen. Ich war immer davon ausgegangen, dass das eine Frage des Deckels ist (Deckel zu = indirekt, Deckel auf = direkt). Weit gefehlt: Man(n) grillt IMMER mit geschlossenem Deckel. Beim indirekten Grillen legt man das Grillgut allerdings auf die Fläche, bei der die Flamme (bzw. bei Holzkohle die Kohle) nicht direkt drunter ist.

Schweinebraten
Schweinebraten

Fazit: Das Seminar war auch Dank der wirklich netten Runde, die sich zum Grillen zusammengefunden hatte, richtig gut und lustig. Natürlich wird an der ein oder anderen Stelle die Marke „Weber“ sehr in den Vordergrund gespielt. Aber das war zumindest nicht so störend, dass man sich in einer Werbeveranstaltung ahnte – es wurde eher mal lustig und/oder dezent eingestreut. Ich habe jedenfalls einiges gelernt, werde demnächst sicherlich etwas „bewusster“ grillen in Bezug auf Temperatur und direktes/indirektes Grillen. Allerdings muss man natürlich auch nicht aus allem eine Wissenschaft machen… Essen und Trinken war reichhaltlig, Rezepte und Schürze gab es zum Abschluss und es war somit ein rundum gelungener Abend. Etwas weniger Knoblauch bei den Gewürzmischungen wäre angebracht, denn ich hatte noch 2 Tage danach etwas davon. Das ist dann aber auch schon der einzige Kritikpunkt.

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