Segway-Tour Kopenhagen: Über Kopfsteinpflaster zur Meerjungfrau

Gerade einmal zwei Tage in einer Stadt – da stellt sich einem oft die Frage, wie man am Besten die Highlights kennenlernt. Neben der klassischen Stadtrundfahrt mit dem Bus gibt es viele Möglichkeiten: Mit dem Fahrrad, zu Fuß, mit der Pferdedroschke, per Boot – oder inzwischen auch in immer mehr Städten auf einem Segway.

Bereits zum dritten Mal unternahm ich eine solche Segway-Stadtrundfahrt. Nach Düsseldorf und Stuttgart diesmal in Kopenhagen. Beworben wird die Tour als eine der besten Segway-Touren der Welt (ausgezeichnet von Segway Nordic). Wir waren also gespannt, insbesondere weil es für beta.she die erste Segway-Erfahrung war und die Leidenschaft für motorisierte Vehikel bei ihr ein klein wenig unterentwickelt ist.

Im Vergleich zu den deutschen Pendants war die Tour mit 66 EUR für zwei Stunden recht günstig – aber (um das vorwegzunehmen) sie war es auf jeden Fall wert und die beste Segway-Tour, die ich bisher unternommen habe. Was wieder einmal zeigt, dass mein Vorurteil, dass teuer auch immer gleich besser ist, widerlegt werden kann. Aber das wird nichts daran ändern, dass ich dieses Vorurteil in Zukunft dennoch weiter pflege.

Das Segway-Büro liegt in der Longanstrade 19 und damit in unmittelbarer Nähe zur Storgan, der Haupteinkaufsmeile von Kopenhagen. Übrigens die längste und eine der ersten Fußgängerzonen Europas.

Die Begrüßung von Sofus war sehr freundlich. Wir waren ca. 20 Minuten zu früh, konnten aber schon einmal unsere Helme einstellen. Insgesamt waren wir dann 9 Personen in der Gruppe; vom 15jährigen bis zur 70jährigen. Für diejenigen, die vielleicht auf den Helm gern verzichten möchten: das geht hier nicht, denn integriert in den Helm ist ein Lautsprecher, über den Sofus während der Tour über die jeweiligen Sights berichtete. Und das ist wirklich super, denn bei den anderen Touren, die ich bisher gemacht habe, erhielt man bei Weitem nicht so viele Informationen und die Tour wurde durch das ständige Anhalten oft unterbrochen.

Bei Segway-Kopenhagen muss man sich nicht erst 15 Minuten lang ein Video anschauen, sondern es wird gleich direkt mit dem Gerät geübt. Auf einem kleinen Platz übten wir ein paar Runden und 10 Minuten später ging es dann auch schon los! Befürchtungen, dass beta.she das Gerät nicht in den Griff bekommt, stellten sich übrigens als unbegründet heraus. Sie machte wie immer eine gute Figur, selbst auf dem Segway.

Es ging zunächst durch die Innenstadt und die kleinen Straßen des Viertels.

Innenstadtgassen
Innenstadtgassen

Wir schlängelten uns durch die Einkaufsmeilen Kopenhagens. Sofus zeigte uns aber auch die kleinen Plätze der Stadt, die den Charme wirklich ausmachen und die wir ohne die Tour sicherlich nicht so ohne Weiteres gefunden hätten. Auf dem Grabrodretorv fand abends dann ein kleines Jazzfestival statt, an einem Streetfoodstand konnte man sich Kleinigkeiten und ein Glas Wein kaufen. Wie in Skandinavien sind übrigens auch in Dänemark alkoholische Getränke ziemlich teuer – aber im Urlaub sollte man das vielleicht einmal kurz verdrängen. Wir waren abends jedenfalls noch einmal zu dem Platz zurückgekehrt, ein wirklich guter Insider-Tipp unseres Guides!

Grabrodretorv

Im neuen Hafen (Nyhavn) befand sich früher das Rotlichtviertel. Heute zeugt nur noch ein Table-Dance-Laden von den alten Zeiten. Sonst sind hier viele nette (allerdings auch ziemlich touristische) Restaurants, man kann draußen direkt am Wasser sitzen. Als ich mit beta.she am Freitag Abend dort flanierte, gab es auf einem angelegten Schiff einen Gig einer jungen Band. Menschen tanzten auf der Straße, die Stimmung war ausgelassen.

Nyhavn
Nyhavn

Unsere Tour führte uns weiter Richtung Nordosten zur Marmorkirken, wo wir auch einmal kurz abstiegen, um uns die Beine zu vertreten. Ein bisschen wirkt die Kirche wie der Petersdom (zumindest vom Baustil, nur halt deutlich kleiner). Architektonisch war dieser Teil der Stadt ganz anders als die Innenstadt.

Marmorkirken

Auch das Wahrzeichen Kopenhagens war Ziel unseres Ausflugs: Die kleine Meerjungfrau (sie ist wirklich KLEIN!), die verträumt über den Oeresund schaut. Ob Hans Christian Andersen sich die Meerjungfrau auch so vorgestellt hatte, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Ihr fehlt jedenfalls eine Flosse; stattdessen hat sie recht schlanke Beine mit Schwimmhäuten. Hier hatten wir dann einen kurzen Stopp, sodass sich jeder ein Eis, ein Wasser oder eine Replik der Meerjungfrau kaufen konnte (oder auch nichts von alledem – so haben es beta.she und ich gehandhabt).

Zwischenstopp an der Little Mermaid
Zwischenstopp an der Little Mermaid
Little Mermaid
Little Mermaid

Auf dem Rückweg fuhren wir an der Uferpromenade entlang und konnten auf der gegenüberliegenden Seite die 2005 eröffnete Oper sehen. Mit 335 Millionen Euro Baukosten nicht gerade ein Schnäppchen, aber Deutsche sollten darüber wohl besser nichts Negatives sagen, haben wir doch noch immer nicht unsere Hamburger Oper eröffnet bekommen, die ja noch einiges teuerer sein wird. Und: hier musste nicht der Steuerzahler die Zeche bezahlen, sondern es handelt sich um ein Geschenk eines dänischen Reeders. Man gönnt sich (bzw. seinen Landsleuten) ja sonst nichts.

Vorbei am Black Diamond-Gebäude zeigte uns Sofus dann noch den Park des Dänisch-Jüdischen Museums, der mitten in der Stadt liegt, wo man aber Nichts von all dem Trubel mitbekommt. Ein wirklich schöner Ort zum Picknicken, Bücherlesen, Ausruhen…

Dänisch-Jüdisches Museum

Über Christiansborg (bei allen, die wie ich die Serie „Borgen“ gern gesehen haben, werden hier Erinnerungen an die ein oder andere Folge hochkommen) ging es dann zurück zum Ausgangspunkt, wo wir noch ein Bierchen mit Sofus trinken konnten. Eine kleine Urkunde für das erfolgreiche Bestehen der Segway-Tour gab es auch noch für jeden – und wer wollte, dem zeichnete Sofus auf einer Karte die gefahrene Route ein und gab noch Insidertipps für den Abend.

Ich habe selten eine so informative Stadtrundfahrt erlebt – und durch den Segway hatte das ganze dann auch noch einen Spaßfaktor, den man bei einer der üblichen Stadtrundfahrten nicht hat. Die Tour in Kopenhagen kann ich daher uneingeschränkt empfehlen. Preis und Leistung sind absolut fair. Die sehr positiven Tripadvisor-Ratings, die es zu dieser Tour gibt, kann ich also nur bestätigen. Das wird sicherlich nicht meine letzte Segway-Tour in einer neuen Stadt sein. Wenn Ihr Lust habt, solltet Ihr das in Kopenhagen auch machen, alle Infos gibt es hier: http://segwaytourscph.com.

Wie lernt Ihr am liebsten eine Stadt kennen? Oder macht Ihr das von der Stadt abhängig, in der Ihr gerade seid? Betajungle wäre interessiert über Eure Erfahrungen – schreibt uns einfach, gern auch über die Kommentarfunktion!

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