Take me back to Paris Teil 2 – Personal Shopping Guide im Marais

Paris – für viele die Stadt der Liebe, der Mode und definitv auch die Stadt der besten, weil fettigsten Crossaits. Drei gute Gründe sich ein langes Sommerwochende dorthin entführen zu lassen. Neben dem obligatorischen Sightseeing, hatten wir etwas ganz Besonderes entdeckt: Die Website Meeting the French bietet Fashiontouren für zwei bis maximal acht Personen, bei denen ein Besuch der angesagtesten Labels, Geheimtipps aufsteigender Jungdesigner sowie ein Blick hinter die Kulissen der Pariser Modeszene versprochen wird. Für 80 Euro pro Person soll man so den eingenen Parisian sense of style entdecken können. Viel versprochen für drei Stunden.

Voller Erwartungen stürtzen wir uns ins Marais, einem sehr dynamischen Viertel Paris mit unzähligen kleinen Botiquen, Popup-Stores und etablierten Marken. Hier gehen junge Designer ihre ersten Schritte, viele Geschäfte gibt es wenig später gar nicht mehr, eingereiht zwischen großen Namen wie Karl Lagerfeld. Erfreulicher-, aber befremdlicherweise waren wir die einzigen beiden Gästen. Unser Guide war ein junges asiatisches Mädchen, natürlich mit eigenem Label und mit einem „Rotkäpchens Oma“ Look, der für Deutsche etwas befremdlich wirken mag, in Frankreich aber vermutlich trés chic ist. „Was shoppen wir denn heute?“ und aus der „French Fashion, Fragrance and Fun“-Tour wurde mein erstes Mal mit einem Personal Shopping Assistant.

Personal Shopping hat auf den ersten Blick sicherlich viele Vorteile: man wird begleitet von einem ortskundigen Guide, der die aktuellen Modetrends kennt und einen entsprechend stylt. So trägt man nicht ständig das Gleiche, sindern entdeckt vielleicht neue Stils, die man alleine nie anprobiert hätte. Aufregend und voller modischer Chancen, daher gaben wir unserem Guide eine Chance.

Zwar gab die Jungdesignerin sich alle Mühe passende Outfits für uns zu finden, wir probierten auch fleißig an, jedoch stieß sie schnell an ihre Grenzen. Warum? Mode als Persönlichkeitsausdruck funktioniert nur dann, wenn man sich kennt. Wie soll ein wildfremder Mensch beurteilen können wer man ist? Der Pariser Look ist aktuell sehr basic, während in Deutschland das Hippietum der 70er ausgebrochen ist. Sicherlich gehören gute Basics in jeden Kleiderschrank, aber mit einem Hauttyp eins (sehr helle Haut, Sommersprossen und rötliche Haare) sehen Nudefarben eher die eigene Hautfarbe aus. Wir kamen nicht wirklich zusammen.

Letztendlich ließ ich mich dann doch von einem Cocktailkleid von Sandro, einem Pariser Designer, hinreißen. Ein Outlet-Schnäppchen, das ich ohne die Tour vielleicht nicht gefunden hätte. Aber mein wahres Shopping-Schätzchen waren hellblaue Lack-Pumps von What for. Die empfahl mir nicht etwa mein Guide, sondern mein Freund als wir einen Tag später die Tour noch mal auf eigene Faust machten. Ich hoffe, er stellt mir jetzt nicht auch die Teilnahmegebühr in Rechnung.

Lack-Pumps von What for
Lack-Pumps von What for

Fazit: Nächstes mal die 80 Euro vielleicht lieber in Klamotten investieren und dafür eine Freundin als Beratung mitnehmen. Die kennt und schupst einen vielleicht etwas vertrauensvoller über die eigenen Grenzen des Modespektrums.

Für alle, die es trotzdem probieren möchten:

Tour: French Fashion, Fragrance and Fun
Dauer: 3 Stunden, immer dienstags bis samstag von 14:30 bis 17:30 Uhr
Sprachen: Französisch, Englisch, Portugiesisch
Kosten: 80 EUR p.P.
Gruppengröße: 2 – 8 Personen
http://en.meetingthefrench.com/visite/french-fashion-fragrance-and-fun_435.htm

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